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Was Neues.

06.10.2009

Von: strizzi

How to be cool

Wer fragt sich das nicht manchmal selbst morgens um 11 bevor er/sie in seinen Web 2.0 Wir-sind-alle-per-Du Job fährt (natürlich mit dem Fahrrad oder besser: mit dem Tretroller und für nicht so sportliche mit der roten Vespa):
"Bin ich cool oder bin ich cool!"
 
Manche (wie zum Beispiel der Autors) müssen sich das nicht mehr fragen den er, wie viele andere auch, wissen was cool ist.
Das wichtigste ist einmal die Wohnung. Stichwort wäre hier "bobograd" oder vielen Nicht-coolen als Karmelitermarkt bekannt, dürfte hier the-place-to-live sein. Ist dieser Schritt einmal getan kann man sich am Markt gleich in der Früh ein schwer überteuertes, aber internationales Frühstück genehmigen - der Espresso aus der Gaggia ist natürlich Pflicht.
Eine alternative wäre der 8. Bezirk - liebevoll Bobopol - oder im Siebenten, kurz Boboville genannt, sein Leben zu geniessen. Auch da gilt das gleiche: das Frühstück genießt man wahlweise in einer Bücherei/Cafe Kombo mit Möbel aus den 70er und total netten (meist aber auch total unfähigen) Kellner/innen oder man macht es gleich richtig und legt sich neben tausend anderer mit Oliven, Ciabatta und nativen, kaltgepressten Olivenöl aus bella Italia und eingelegtem Irgendwas in den Burggarten.
Die Arbeitswelt sieht dann schon differenzierter aus. Die Palette reicht vom Webdesigner mit Freitagtasche und Sneakers bis hin zum 40 jährigen Banker mit Bugaboo (zuerst Karriere) und rosa Polo-Pulli über dem lässig karrierten Hemd mit kackbraunen Slippern.
Der Abend im Phil oder Werkzeugh und das Ding ist gelaufen - wir haben uns erfolgreich gewehrt gegen Spiessertum, Konformität & und sind arty-farty und voll individuell!
 
Dass es das ganze unter anderem Namen auch in U.S and A gibt, zeigt folgende Seite (dort heisst das Ganze nur "Hipster")
http://www.latfh.com/
Wir sind alle einzigartig!
 

Ätzes:

17.10.2009 11:47 | Gast
Hat der Bobo Factor auch etwas mit dem erst kürzlich in Mode gekommennen Anal Fatal etwas zu tun?

11.10.2009 00:56 | strizzi
Nachdem ich heute meine samstägliche Frühstücken-im-Kunsthallencafe Bobowoche hinter mich gebracht habe, kann ich es wirklich genau sagen, lieber Georg: So lange dein Verwandter sich Filme von Almodovar ansieht bei einem Gläschen Rotwein aus der toskana (statt dem bier) seh ich kein Problem. Wie siehts da aus?

08.10.2009 22:09 | Georg
Lieber Autor! Rein aus Interesse. Ich hab nämlich einen enfernten Verwandten auf den dies zutrifft. Wie sieht denn eigentlich der Bobofaktor für staatliche Vertragsbedienstete, die gerne Nachrichten sehen, ein Bier in Ehren halten, Briefmarken sammeln und DVD schauen aus?

07.10.2009 22:34 | Mario
...und dann gibt es natürlich auch noch die hipp(lig)en leud die durch gezielten co2-ausstoß mit spritfressenden suvs bereits in aller früh (und das ist nicht um 11) :-) dafür sorge tragen, dass die tretroller und fahrrad-fahrenden es auch recht bald im winter so warm haben, dass sie in adjustierung kurz in die hacke fahren können. kaffee vom mcdrive bei laufendem motor am parkplatz geniessen gehört ja auch zum guten ton!

07.10.2009 10:17 | Bernd
Andere Leute wohnen in Flobobodorf, genießen ein \"Falk\"enhaftes Frühstück im Kaffee am Kagranerplatz um sich alsbald mit einer großformatigen \"HEUTE\"igen Zeitung in die coole U Bahn zu quetschen. Die Palette vom arbeitenden Volk ist auch hier differenzierter. Es gibt die spießigen Arbeiter, normale Arbeiter und extrem schlecht bezahlte Arbeiter. Allen steht das verrauchte und versoffene Leben ins Gesicht geschrieben, das macht sie alle so einzigartig uniform......

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