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Ein Tag aus dem Leben der Ursula Stenzel.

Nach dem erholsamen Beischlaf mit Uschi, meiner massierenden Gummivagina, kämme ich mir einen gestrengen Mittelscheitel, bekleide mich mit einer Lederhose und einem Trachtenjancker, setze mir einen Hut mit Gamsbart auf, ziehe mir meine genagelten Goiserer an und verwende eine Heugabel als Gehhilfe. Schnell sind die Rüben und das Korn, das ich als Gastgeschenk dachte, im Ruckenpackl verstaut. Zur Wegzehrung hat das Weib selbstausglassenes Schweinsschmalz auftragen und das gestockte Blut vom armen Schweindl, Gott habs selig, verwurstet. Den mit Blumen und Stierhoden verzierten Traktor hat das Weib mit der Magd schon eine halbe Stunde vor dem Kulimelken angeworfen, weil der Sauhund sonst nicht anspringen möchte. Heute ist ein ganz besonderer Tag. Ich treffe die Stenzel Ursi. Eine alte Bauernregel besagt, dass wenn das Wetter oasch ist, auch der Tag oasch wird. Das Wetter ist ziemlich oasch.

Fein rausgeputzt für Ursi

Um 8 Uhr ist es dann soweit. Treffpunkt ist Rathausplatz 9 in dem Büro der Besagten. Sie hat also sogar ein Büro. Im Korridor treffe ich ein paar alte Freunde aus dem Bauernbund beim Frühschoppen. Ich geselle mich kurz dazu, muss aber Erwin Pröll, Josef Pröll, Gisi Pröll, Schurl Pröll, Karl Pröll, Willi Pröll, Liesl Pröll und Adi Pröll auf später vertrösten, da für mich ja eine höhere Aufgabe vorgesehen war. Überall schwirrten geschäftig Füxe und Spähfüxee bewaffnet mit Wischmöppen und riesigen Kruzifixen um den Hals umher, um das Erbrochene des letzten feuchtfröhlichen CV Umtrunks zu beseitigen.

Stolze Füxe

Mit tiefer Demut ereichte ich dann den Arbeitsplatz der Stenzel Ursi, der durch eine Kirchentüre verschlossen  war. Als ich Eintritt gewährt bekam stand sie auf einmal vor mir. Diese Aphrodite des Bauernbundes, die fleischgewordene Tochter Gottes, eingewickelt in Rosenkränze, den Mund voller Hostien, durch das Blut Christi schon ein wenig beschwipst, das Vater unser summend und anlassig als wie.    

Ein sanfter Druck und das Eis ist gebrochen. Mit beiden Händen wärmt Ursula Stenzel meine Hände, als ich Ihr mein Seelenleid klage. „Der Bürgermeister hat so viele eingebürgert, damit er mehr Stimmvolk hat“ jammere ich in meinem Trachtenkostüm. Da kann Stenzel beruhigen: „Die Innenstadt bleibt uns“. Schnell bekomme ich noch ein Polaroid von mir und der Frau Bezirksvorsteherin.

Gemeinsam machen wir uns nun auf den Weg durch die Innenstadt. Über den neuen Markt schreiten wir, ich erdig, sie engelsgleich, himmelsblaues Jacket, Perlenkette und unverwüstliche Föhnwelle. Auf einmal wird die Stimmung der Frau mit dem gottgleichen Antlitz anders. Vor uns am Stephansplatz befindet sich das Objekt des Hasses. Das fleischgewordene Tingeltangel, der Apfelbaum des Paradieses, der Turm zu Babel, das Sodom und Gomorra - der gemeine Punschstand . „Diese gschissenen Pharisäer!“ schreit die Bezirksvorsteherin. Hierauf kommt ein Straßenmusiker, um die erregte Persönlichkeit zu beruhigen: „Mochens kann Bahö, sie verscheichn mir die jidische Kundschoft“ Dies war der sonst sehr ruhigen und gelassenen Frau dann doch zu viel. „Schnell in eine Kirche fliehen“ schreit die Dame, die von sich selbst behauptet unbefleckt empfangen worden zu sein, und fällt in Ohnmacht.  Punschsüchtige Junkies, die ich mit meiner Heugabel abwehren kann wollen uns zu Hilfe eilen. Ursi fiel ausgerechnet in einen Haufen Rossknödel.

„Wos is do los?“ punschsüchtige Junkies

Mir war klar, dass nun das Treffen ein Ende hatte. Ursi konnte sich gar nicht mehr beruhigen und stammelte immer etwas von Gerechtigkeit am Himmelstor. Es sollte sich nämlich herausstellen, dass die Bezirksvorsteherin nichts gegen die Punschstände unternehmen kann, da für Veranstaltungen die Stadt Wien zuständig ist. Gegen den bigotten  „Rettet den Stephansdom“ Punschstand sind der Ursi also die Hände gebunden. Schwer nagt nun auch an ihr, dass Ihrem Parteichef Wolfi nun ausgerechnet vor einem Adventmarkt das Auto abgeschleppt wurde.


Ätzes:

12/12/2006, 17:24 | strizzi
Die neueste Idee von Progressiv-Ursl: Alle Drogensüchitgen vom Karlsplatz sollen in die Arena. Dort sind ja sowiese nur die linkslinken Gutmenschen.

24/11/2006, 08:57 | Georg
ad Viadl Haune : Die Gummivagina gibt es in jedem besser sortierten Beate Uhse Shop. Informationen findest Du aber auch in guten Tankstellenpornohefteln.

ad Lamy: Hut ab vor Deiner Pnschstand Integrität. Weiter so. Solltest Du einmal nicht vorort sein, könnten wir Dich auch auswechseln und jemand anderer hält die Stellung. Aktion rettet den "Rettet den Stephansdom" punschstand vor dem Stephansdom.

ad strizzi: Ursi verhalf mir schon als Kind zur Frivolität. Durch den sprühenden Charme hatte ich mit 10 zum ersten mal ein hartes Spatzi (Steifn) und mit elf besamte ich erstmalig den Bildschirm. Dies sollte nicht mein letztes mal bleiben

23/11/2006, 10:06 | Lamy
ZIB, Stenzel, geile Zeit..welches Wort passt nicht zu den anderen?
Mir stinkt das ganze gewaltig. Ich bin gegen Alkohol und sonst eigentlich gegen alles....aber was sein muss, muss sein. Jetzt ist es 10h; wir sehen uns in einer halben Stunde am Stephansplatz beim Punschstand.

23/11/2006, 09:59 | strizzi
Könnts ihr euch noch daran erinnern? Halb acht, ZiB, pubertär, Stenzel - war das eine geile Zeit!

22/11/2006, 19:34 | Viadl Haune
Endlich, jetzt kann ich meine jahrelange innige Liebe zur Uschi offenbaren, es gibt ja doch noch ein paar, die sie auch lieben. und Georg, sag, wo hast den diese Gummi(m)uschi her?