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Was Neues.

05.06.2007

Von: Lamy

Österreichs Sport

Es steht nicht gut um den Sport in Österreich. Damit möchte ich aber nicht die Österreich-typische Haltung einnehmen und auf unsere Speerspitze, den Leistungssport, losgehen. Viel mehr liegt mir eine Frage auf der Zunge: Was machen SIE für den Sport?!
 
Anstoß für diesen Artikel sind die Vorfälle beim Ländermatch Österreich – Schottland im Block West des Gerhard-Hanappi-Stadion. Während diesem Spiel wurde der Kapitän unseres Fußball-Nationalteam verbal und mit Spruchbändern beleidigt, bespuckt und mit Bier überschüttet. Die Übeltäter gehören dem Rapid Fanclub “Ultras Rapid Block West 1988“ an. Der Sport ist dabei Nebensache und wird es vermutlich auch immer bleiben. Ich habe Verständnis dafür dass man Andi Ivanschitz den Wechsel zu Salzburg etwas übel nimmt. Allerdings habe ich kein Verständnis dafür ihm das ewig übel zu nehmen, ihn in irgendeiner Form zu beleidigen und schon gar nicht in Gestalt des Kapitäns des österreichischen Nationalmannschaft bei einem Länderspiel öffentlich und vor aller Welt zu erniedrigen. Der Fanclub schreibt in einer Stellungnahme auf seiner Homepage dass sie „ das mediale Echo auf die Aktionen unterschätzt haben und bedauern“.
Welche Krankheit treibt einen zu so einem Wahnsinn?
 
Ich beschäftige mich schon länger mit der Frage wieso Österreichs Sportler in entscheidenden Situationen gerne Versagen? Noch brisanter wird die Frage wenn man sich dazu im Vergleich das Abschneiden unserer deutschen Nachbarn in solchen Situationen ansieht.
 
In Österreich wird von jedem Sportler erwartet dass er Leistung zeigt obwohl man ihm eigentlich keine Chance gibt…denn er ist ja Österreicher. Selber betreibt der typische Österreicher keinen Sport. Er unterstützt ihn auch nicht, da er davon überzeugt ist dass daraus nichts wird. Diese Denkweise zieht sich durch unsere Gesellschaft. Für den Sport ist das quasi eine Todgeburt. Neben der finanziellen Unterstützung, fehlt nebenbei auch jegliches Verständnis und Entgegenkommen für die Ausübung von Leistungssport. Hier spielt vermutlich auch Neid eine Rolle. Aber die schlimmste aller Auswirkungen ist auf den ersten Blick gar nicht erkennbar. Die pessimistische Grundeinstellung wird auch unserem Umfeld näher gebracht wie z.B. unseren Kindern. Diese sollen aber später bei großen sportlichen Erfolgen an sich glauben und bestehen können. Wie soll das funktionieren?
 
Bei einem Fanclub könnte man meinen dass sich dort Menschen treffen, für die der Sport eine große Bedeutung hat und sie diesen unterstützen wollen. Der vermeintliche Fußball-Fanclub “Ultras“ nutzte den Stadionbesuch bei einem Länderspiel für eine Selbstinszenierung und schreibt nachher dass die Vorkommnisse ein Ventil für die aufgestaute Enttäuschung waren.
 
Mich interessiert nicht der frustrierte Fan, sondern das Auftreten der Österreichischen Nationalmannschaft.
 
Fragen? Keine? Danke setzen.