Was Neues.
Von: Lamy
SHE SHOULD BE
Das Magazin vom Mann für die Frau
…und man kann doch vernünftige Männer kennenlernen.
Lange hat es gedauert bis der Autor ihrer Lieblingskolumne wieder ausreichend Zeit und Motivation gefunden hat, um in bewährter Adleraugentechnik die Finger über der Tastatur kreisen zu lassen. Ein philosophisch angehauchtes Gespräch, ein paar Zeitungsartikel und eine Sitzung in den Lieblingsräumlichkeiten des Autors haben einen geistigen Erguss über eines der wohl schwierigsten zu behandelten Themen hervorgerufen:
Wie lerne ich meinen Traumprinzen kennen?
Gleich einmal vorweg: Ich habe kein Patentrezept!
Sie sollten sich fragen wieso sie ihn noch nicht kennen gelernt haben. Sind sie zu schüchtern? Leben sie auf einer einsamen Insel? Oder leben sie mit einem unterdurchschnittlichen Model, dass ihnen einst vorgeschwindelt hat der Superjoker unter den Männern zu sein, zusammen und hoffen noch immer dass er zu der Lüge wird, die er ihnen einst vorgegaukelt hat?
In der heutigen Zeit gibt es viele Singles die ihr Glück im Internet suchen, welches mittlerweile sein Looser-Image abgelegt hat. Man hat das Gefühl dass man auf den diversen Dating-Börsen innerhalb kürzester Zeit eine Unzahl an Traumprinzen kennenlernen kann. Dieser Eindruck relativiert sich allerdings sofort beim ersten Treffen. Dabei stellt sich dann heraus dass die Fotos in besseren Jahren oder gar mit einer anderen Person entstanden sind, die Größenangabe nicht so genau genommen wurde und eigentlich auch alle restlichen Angaben herzlich wenig mit der einer gegenübersitzenden Person zu tun haben. Dass man für dieses eine Treffen zuvor die Kapazität der Mailbox gesprengt und eine unglaublich große Anzahl an unmoralischen Angeboten erhalten hat, ohne dass man es wollte, wird zu diesem Zeitpunkt zur Nebensächlichkeit. Sollte ihr Gegenüber jedoch voll und ganz seiner Beschreibung entsprechen und ein interessantes, lockeres und angeregtes Gespräch mit sich führen lassen, dann fragen sie ihn was seine Frau heute Abend macht.
Deswegen lautet mein Tipp: Finger weg von diesen Freak-Communities!
Eine weitere Möglichkeit wäre es in eine der vielen „Letzte-Chance-Bar“ zu gehen. Vor allem die hütten-ähnlichen Abschnitte der meisten Großraumdiscos verdienen sich diese Bezeichnung. Mit dem richtigen Outfit schafft es dort jede Frau von einem willigen Mann, der sich an einem Kübel mit Strohhalmen festhält, angesprochen zu werden. Natürlich hat dieser Umstand aber auch einen Haken. Die eben genannten Männer riechen nach allem nur nicht nach Rosen und würden sich in ihrem Zustand für den gewünschten Erfolg auch mit einem vorgewärmten Astloch unterhalten. Falls ihnen das nichts ausmacht da sie sich in einem ähnlichen Zustand wie er befinden, könnte das zu einer unangenehmen morgendlichen Überraschung führen.
Es ist aber deswegen nicht ausgeschlossen dass man von einem nüchternen oder zumindest noch handlungs- und geschäftsfähigen Exemplar dieser Gattung angesprochen wird. Man muss dafür nur mit offenen Augen durchs Leben schreiten und ab und zu ein Lächeln riskieren. Diese Eigenschaft dürfte aber aufgrund einer Gesellschaftskrankheit die sich durch alle Gesellschaftsschichten pflanzt, ein hohes Maß an Überwindungskraft kosten. Durch die Auswahl die man dadurch erlangt, ist allerdings eine vernünftige Verhältnismäßigkeit gegeben.
Viel Glück bei den ersten Versuchen!
